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2008 / 2009: Grundstufenklasse macht Unterricht auf dem Bauernhof

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Tiere und Natur erleben
Grundstufenklasse macht Unterricht auf dem Bauernhof
 
Über das gesamte Schuljahr 2008/2009 besuchten die Schüler der 1. und 2. Grundstufenklasse den Birkenhof, einen Bio-Bauernhof im Wilnsdorfer Ortsteil Wilgersdorf. Dieser arbeitet nach den Demeter-Richtlinien und beherbergt neben Kühen, Schweinen, Pferden und Hühnern auch noch andere Tierarten wie Ziegen, Esel, Hasen, Katzen und Hunde. Zudem betreibt die Erzeugergemeinschaft ökologischen Landbau und einen Hofladen mit angeschlossenem Café.
Die Schüler wurden hier von den angeschlossenen Bauern mit offenen Armen empfangen und lernten viel über die Natur im Verlauf der Jahreszeiten, das damit verbundene Wetter, verschiedene Tierarten, deren Haltung, Ackerbau und ökologische Landwirtschaft. Darüber hinaus förderte der außerschulische Lernort die Entwicklung und Selbstständigkeit jedes einzelnen Schülers sowie das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Gruppe in besonderem Maße.
Jeden Dienstag machten sich die Grundstufenschüler mit Hilfe der Busse des schuleigenen Fördervereins und der Aktion für Behinderte e.V. auf in Richtung Birkenhof, um dort bei Wind und Wetter ihren Schultag zu verbringen. Den ganzen Tag an der frischen Luft erlebten die Kinder so die verschiedenen Jahreszeiten hautnah. Zudem lernten sie die in den jeweiligen Jahreszeiten vorkommenden Pflanzen und Gemüsesorten kennen. Bepackt mit eigens hergestelltem Proviant erlebten die Kinder wie es ist, im Freien zu essen, und das umliegende Gelände motivierte zu allerlei Spiel und Spaß.
Die ersten Wochen besuchten die größtenteils nicht sprechenden Schüler stets alle auf dem Bauernhof lebenden Tiere in einer Art Rundgang, streichelten und beobachteten diese und lernten die zu den Tieren gehörenden Gebärden kennen. Darüber hinaus sammelten die Schüler die Schulwoche über altes Brot, um es dann auf dem Birkenhof zu verfüttern. Zudem pflückten sie auf den dort befindlichen Weiden Gras, Klee und andere Pflanzen für die Kühe und Hasen. Mit Hilfe von Gesang und immer wiederkehrendem Kontakt wurden die Kinder so mehr und mehr an die Tiere heran geführt. Zu den festen Aufgaben der Schüler gehörte es, die Hasenställe auszumisten und die Tiere mit frischem Futter zu versorgen. Dies erledigten sie gewissenhaft und sorgfältig. Eine weitere Aufgabe war es, jede Woche zwei der zahlreichen Kühe zu striegeln. Diese Form der Massage gehört zur üblichen Pflege der Tiere auf dem Birkenhof und fördert deren Gesundheit und Wohlbefinden. Auch das ein oder andere Pferd wurde von den Kindern gebürstet und gestriegelt. Zurück in der Schule verarbeiteten die Schüler selbst geerntetes Obst und Gemüse zu verschiedenen Speisen und erstellten sich ein Bauernhoftagebuch mit Fotos, Gebärdenbildern und anderen gesammelten Erinnerungen an die Zeit auf dem Birkenhof. Im Sachunterricht wurden die Besonderheiten der kennen gelernten Tiere sowie deren Haltung mit Hilfe von Unterrichtsmaterial aufgearbeitet und gefestigt.
Diese besondere Art von außerschulischem Lernen führte dazu, dass die Schüler sich mit der Zeit zunehmend emotional öffneten und an Selbstvertrauen gewannen. Der regelmäßige und intensive Kontakt mit den Tieren tat den Schülern gut, ebenso die Übernahme eigenverantwortlicher Arbeitsaufgaben. Sie entwickelten sich in allen Bereichen der körperlichen, geistigen und sprachlichen Entwicklung weiter und schulten ihre Wahrnehmung im Umgang mit Tieren, Pflanzen und Arbeitsgeräten. Die verschiedenen Persönlichkeiten der Lerngruppe wuchsen zu einer starken Gemeinschaft zusammen.
So schön kann Schule sein!
Schweren Herzens beendete die Klasse ihr Bauernhofprojekt mit Beginn der Sommerferien, eine Rückkehr zu den Tieren und Menschen auf dem Birkenhof ist jedoch für die Zeit der Kartoffelernte schon geplant.  
    
Melanie Hild

         

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Last changed: 01 Feb 2011 at 17:37:17

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